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  Die interessanten Fischarten der Flensburger Förde  
 

Viele Leute sind der Meinung, dass in der Flensburger Förde 'nur' Dorsch und Meerforelle zu erbeuten sind. Natürlich sind diese beiden Fischarten häufig in der Förde vertreten und die meisten Angler stellen diesen Fischen nach. Jedoch hat die Förde noch mehr zu bieten und in der richtigen Jahreszeit sind noch ganz andere 'Gäste' zu Besuch bei uns im Norden. Mit den entsprechenden Kenntnissen und etwas Glück kann jederman diese Fische überlisten.

 
Meerforelle Lachs Dorsch

Hornhecht

Hering Makrele Meeräsche Sandaal
Scholle

Kliesche

Flunder

Steinbutt


 

Makrele (Scomber scombrus)

 
 

 

Merkmale:
Die Makrele hat einen lang gestreckten, torpedoförmiger Körper und zwei Rückenflossen. Sie besitzt eine tief gegabelte Schwanzflosse und einen kräftigen, spitzen Kopf mit großen Augen und großer Maulspalte. Der Rücken ist dunkelblau, türkis-metallisch bis stahlblau, die Seiten sind grünlich und der Bauch sehr hell bis weiß. An ihren unregelmäßig geformten, breiten, vertikalen Streifen ist sie leicht zu erkennen. Die Farbe wechselt nach dem Tod der Makrele sehr schnell in ein reines Blau bis Blauschwarz. Der gesamte Körper ist mit festen kleinen Schuppen besetzt. Wie bei allen Artverwandten dieser Gattung stehen hinter der zweiten Rücken- und der Afterflosse je fünf einzelne kleine Flossen, „Flössel“ genannt.

Lebensräume:
Nordatlantik von den Küstengewässern des nordöstlichen Nordamerikas bis zur Westküste Europas, Nordsee, Ostsee (nur vereinzelt), Mittelmeer und Schwarzes Meer.
Die Tiefseekante der Nordsee ist die Begrenzungslinie des Lebensraums der Makrele, die zu den Atlantikfischen zählt, obwohl sie warme Gewässer bevorzugt. Vom Nordkap entlang der europäischen Atlantikküste einschließlich der Nordsee und westlichen Ostsee bis ins Mittelmeer tritt sie in verschiedenen Unterarten auf. Sie kommt in amerikanischen Gewässern vor, und in den Subtropen gesellt sich ihr noch die artverwandte – etwas kleinere – spanische Makrele hinzu.
Im Sommerhalbjahr hält sich die Makrele oft in Küstennähe auf. Unsere heimische Makrele finden wir im gesamten nördlichen Ostatlantik.

Lebensweise:
Die Makrele ist ein Schwarmfisch, der sich in verschiedenen Wassertiefen aufhält, im Sommer auf der Jagd findet Sie sich meist nahe der Wasseroberfläche. In der wärmeren Jahreszeit (Juni bis max. Oktober) bevorzugt die Makrele überwiegend das Küstengewässer. Im Winterhalbjahr, während der Laichzeit, fasten die Fische und stehen in mehreren hundert Metern Tiefe. Makrelen sind äußerst schnelle und bewegliche Schwimmer. Ab Frühjahrsbeginn leben sie von Plankton (Flügelschnecken, Kleinkrebse). Nach der Laichzeit im späten Frühjahr und Sommer steigt der Nahrungsbedarf sprunghaft an. In Gruppen machen sie dann Jagd auf die Brut der Heringe, Sprotten, Dorsche, Wittlinge und Sandspierlinge. Dabei ziehen die Makrelen zusammen mit den Heringsschwärmen über weite Strecken.
Makrelen werden zu den Thunfischartigen gezählt. Eine biologische Besonderheit der Makrelen:
Ihnen fehlt die Schwimmblase. Das macht sie sehr beweglich und hilft ihnen, sich zu schützen. So können Sie ihren Feinden, z. B. Dornhai, Heringshai, Thunfisch oder Delphin, blitzschnell ausweichen,
grössere Tiefen aufsuchen oder aus der Tiefsee rasch an die Oberfläche stoßen. Makrelen können kurzzeitig ihre Bluttemperatur gegenüber der Wassertemperatur erhöhen - das befähigt sie zu einem schnelleren Stoffwechsel und mehr Kraft und Gewandtheit.

Nahrung:
Die Makrele ernährt sich fast ausschließlich von kleinen Schwarmfischen.

Größe:
Die Durchschnittsgrößen liegen bei 35 cm, Längen bis 60 cm sind möglich; das Durchschnittsgewicht beträgt 500 g, es kommen aber auch Exemplare bis zu 3 kg vor.

Alter:
Makrelen werden ca. 10 bis 15 Jahre alt.

Laichzeit:
Gegen Jahresende wandern die geschlechtsreifen Tiere (Nordseevorkommen) zu den Laichplätzen westlich von Irland, wo sie in der Zeit von Februar bis Mai laichen. Große Rogner können bis zu 450.000 Eier bilden, die sofort von der Strömung vertrieben werden. Die Eier enthalten Fett, das für Auftrieb sorgt. Die geschlüpften Larven ernähren sich anfangs aus dem Dottersack, danach von Plankton. Nach 40 Tagen sind die Jungfische ca. 5 cm lang. Makrelen gehören zu den langsam wachsenden Fischen.

weitere Informationen:
Die Makrele ist ein pelagischer Fisch, der sehr schnell schwimmen kann und im Sommer und im Herbst in großen Schwärmen entlang der Küste Norwegens bis in den Skagerrak, die Nordsee und den südlichen Teil der norwegischen See wandert. In Europa teilt man die Makrelenfamilie in zwei Hauptbestände:
Ein Teil lebt westlich der britischen Inseln, der andere in der Nordsee und im Skagerrak. Die in der Nordsee, dem Skagerrak und der norwegischen See gefangenen Makrelen gehören normalerweise zum westlichen Makrelenbestand.
Die 5 kleinen Flossenzipfel am Schwanzstiel verweisen auch auf die Verwandtschaft zu den Thunfischen. Diese Finlets dienen im Übrigen zur Vermeidung von Verwirbelungen beim schnellen Schwimmen - eine Art ‚Heckspoiler’. Und um dem stromlinienförmigen Körper noch eins aufzusetzen kann die Makrele die beiden Rückenflossen vollständig in eine Rückengrube einziehen, ähnlich wie ein Düsenjet sein Fahrwerk.
In alter, römischer Zeit wurden die Eingeweide der Makrele luftgetrocknet und als Gewürz den Speisen beigegeben. Dieser so genannte ‚Garum’ wird im dritten nachchristlichen Jahrhundert im Kochbuch des Apicius als besonders gut für die Manneskraft angepriesen.
Da ausgewachsene Makrelen nach allem was glänzt schnappen, hat sich die Makrele auch zu einem beliebten Hochseeangelfisch entwickelt, was allerdings mehr von sportlicher als wirtschaftlicher Bedeutung ist. Für die Fischwirtschaft sind Makrelen wegen ihrer Beliebtheit beim Verbraucher nach wie vor von wirtschaftlicher Bedeutung. Ein Rückgang der Anlandungen aufgrund überfischter Bestände und/oder von Fangbeschränkungen ist daher für beide Seiten äußerst schmerzlich. Dennoch ist die Makrele immer noch unter den ersten 10 in der Rangskala der beliebtesten Speisefische zu finden.

Fangzeit:
Juni bis September

Fangtipp:
Richtig gute Chancen haben Sie vom Kutter oder Boot aus. Der Fang von Makrelen vom Ufer aus ist, von wenigen Ausnahmen abgesehen, kaum möglich. Wenn Sie vom Ufer aus auf Makrelen angeln wollen, dann ist die beste Zeit dazu spät abends oder nachts. Dann am besten von Hafeneinfahrten oder Brücken.
Beim Bootsangeln lassen Sie die Montage langsam Richtung Grund ab und bei einem Biss kurz verharren, damit weitere Makrelen sich einen der Haken des Paternosters schnappen können. Wenn die Montage am Grund ist, langsam wieder einkurbeln. Nicht, wie beim Dorsch- oder Plattfischangeln, die Montage am Grund führen - Makrelen sind Freiwasserfische und stehen nicht am Grund.

Geeignete Angelmethode(n):
’Light-Pilken’ mit speziellen Makrelenvorfächern (Makrelenpaternoster), als Beschwerung einen Pilker an die Schnur, bei Hängergefahr diesen ohne Haken. Beim Paternosterangeln ist die Bewegung des Paternosters (zügig auf und ab bewegen) wichtiger als die Form und Farbe. Alternativ kann mit Fischfetzen (Tobiasfisch oder Heringsfetzen) an der Pose geangelt werden. Eine weitere Alternative ist das Spinnfischen mit schlanken (Meerforellen-) Blinkern.

Geräteempfehlung: Zum Spinn oder Naturköderangeln mit der Pose eine leichte Spinnrute mit Wurfgewicht von 40 g und dazu entsprechender Rolle, 30er monofile oder 20er geflochtene Schnur.
Zum Kutterangeln mit einem Paternoster eine stabile Spinnrute mit 100g bis 200g Wurfgewicht, dazu entsprechende Rolle mit 50er monofiler oder 25er geflochtener Schnur. Bleie von 200g bis 400 g - je nach Tiefe und Strömung.

Küchentipp / Zubereitung:
Die Makrele ist ein sehr wohlschmeckender Fisch, der aber sehr schnell verdirbt. Sie müssen unmittelbar nach dem Fang versorgt werden, die Fettfische verderben ansonsten sehr schnell. Sofort nach dem Fang betäuben und durch einen Kehlschnitt ausbluten lassen. Dann ausnehmen, unbedingt auch die Niere und Kiemen entfernen. Anschließend in Seewasser abspülen und abtrocknen und dann kühl (Schatten, feuchtes Tuch) lagern.
Einige bewährte Zubereitungsarten sind:
- Räuchern
- Braten
- Sauer einlegen

Das Muskelfleisch der Makrele ist stark durchblutet und hat bei frisch gefangenen Fischen eine rötliche Färbung. Makrelen lassen sich auf verschiedenste Art und Weise zubereiten. Der Fisch besticht durch sein zartes, saftiges Fleisch und seinen guten Geschmack.
Besonderheit:
Das Fleisch der Makrele ist sehr fest, saftig, fett und von charakteristischem Eigengeschmack. Alle Makrelenerzeugnisse neigen bei Zutritt von Sauerstoff zur Tranbildung.