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  Die interessanten Fischarten der Flensburger Förde  
 

Viele Leute sind der Meinung, dass in der Flensburger Förde 'nur' Dorsch und Meerforelle zu erbeuten sind. Natürlich sind diese beiden Fischarten häufig in der Förde vertreten und die meisten Angler stellen diesen Fischen nach. Jedoch hat die Förde noch mehr zu bieten und in der richtigen Jahreszeit sind noch ganz andere 'Gäste' zu Besuch bei uns im Norden. Mit den entsprechenden Kenntnissen und etwas Glück kann jederman diese Fische überlisten.

 
Meerforelle Lachs Dorsch

Hornhecht

Hering Makrele Meeräsche Sandaal
Scholle

Kliesche

Flunder

Steinbutt


  Hornhecht (Belone belone)  
 

 

Merkmale:
Der Hornhecht besitzt einen schlanken, sehr lang gestreckten Körper, ein sehr langes, schnabelartiges Maul mit zahlreichen, nadelartigen Zähnen. Bei erwachsenen Tieren sind Ober- und Unterkiefer gleich lang. Die Jungtiere haben zuerst ein normales Maul, dann wächst zuerst der Unterkiefer, später folgt der Oberkiefer. Sie besitzen weit nach hinten gesetzte Rücken - und Afterflossen, die Schwanzflosse ist tief gegabelt. Die Flossen haben keine Hartstrahlen. Rücken- und Afterflosse sitzen weit hinten am Körper, die Bauchflossen befinden sich ungefähr in der Mitte des Körpers. Die Augen der Hornhechte haben einen besonderen Schutz gegen das von oben kommende helle Licht, dem sie als Oberflächenfische besonders ausgesetzt sind. Die Iris hat in ihrem oberen Teil einen Lappen, der das Eindringen direkten Sonnenlichts vermindert. Der Rücken ist leuchtend grünlich-blau, der Bauch silbrig gefärbt. Eine Besonderheit sind seine grünen Gräten.

Lebensräume:
Man findet ihn an der europäische Westküste, im Nordostatlantik, in der Nord- und Ostsee, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer. Verwandte von ihm leben in allen Weltmeeren.

Lebensweise:
Der Hornhecht ist ein Schwarmfisch, der sich meist dicht unter der Wasseroberfläche aufhält. Im Winter bevorzugt er tiefere Wasserregionen, wogegen er in den Sommermonaten das Küstengewässer aufsucht.

Nahrung:
Hornhechte ernähren sich von kleinen Freiwasserfischen, Garnelen und freischwimmenden Krebsen, die sie in schneller Jagd erbeuten. Bei der Jagd, auf der Flucht oder um sich von Parasiten zu befreien können Hornhechte weit aus dem Wasser springen.

Größe:
Die Durchschnittsgrößen liegen bei 70 cm (Alter 3 bis 4 Jahre), das Gewicht beträgt dann um die 350 g; Hornhechte werden bis zu 100 cm groß, das maximale Gewicht beträgt dann ca. 1,5 kg. Im Mittelmeerraum wird er deutlich größer.

Alter:
ca. 15 Jahre

Laichzeit:
Die Laichzeit beginnt im Frühsommer. Angeln lässt sich der Hornhecht erst ab der Laichzeit, wenn er aus der Tiefe der Meere in Küstennähe kommt, um über Seegraswiesen für den Nachwuchs zu sorgen. Beim Laichen legen die Rogner einige tausend Eier ab, die sich mit langen Fäden an Algen, Tang oder Treibgut befestigen.

weitere Informationen:
Er ist ein sehr geschätzter Speisefisch, der jedoch wenig kommerziell gefischt wird.
Neben guten Plätzen an Molen und Seebrücken kann man den Hornhecht auch mit einem Belly Boat gut nachstellen. In 100 bis 200 m Abstand vom Ufer steht man schon mitten zwischen den Hornhecht-Trupps. Hornhechte können sehr schnell schwimmen und sie sind äußerst beweglich. Auf der Flucht kann man diese gelegentlich aus dem Wasser springen sehen.

Fangzeit:
Zwischen Ende März und Mai beginnt die Saison für den Hornhechtangler. Dann kommen große Schwärme von Hornhechten zum Laichen an die Küsten Mitteleuropas. Ab August zieht er sich wieder in tiefe Wasserregionen zurück.

Fangtipp:
In der Ostsee ist so gut wie an jeder Mole oder Seebrücke der Fang von Hornhecht möglich, an der Schleimündung, Fehmarn, im Kieler Hafen, die Hohwachter und Lübecker Bucht oder auch die Bodden rund um Rüggen und der Strelasund - alles Hornhechtland.
Leopardengrund (sandiger Grund mit bewachsenen Steinen) ist immer ein guter Platz, hier jagen die Hornhechte. Er jagt nach Sicht und ist damit tagsüber am besten zu überlisten.

Einige Tipps zum  Hornhecht-Angeln:

- Hornhechte stehen auf gelb?? Nicht ganz, wahr ist aber, dass die Hornhechte an die Küste kommen, wenn der Raps blüht. Das ist ab ca. Mitte Mai der Fall. 
- Hornhechte lieben starke Strömung und beißen am besten bei Sonnenschein und klarem Wasser.
- Mittagszeit ist Hornhecht- zeit - sie beißen nur tagsüber und am besten eben um die Mittagszeit.
- Er steht gern über etwas tieferen Freiwasser (4 bis 6 m).
- Hornhechte sind Schwarmfische, nach dem Fang des ersten Hornhechtes keine Zeit verlieren und sofort wieder auswerfen.
- Sehr scharfe Haken verwenden und beim Angeln immer einen Hakenschärfer dabeihaben. Hornhechte haben ein hartes Maul und vergammelte Haken haben keine Chance.
- Den Köder schnell führen, langsame Köder ver-schmähen die Hornhechte.
- Keinen Biss, obwohl die Hornhechte in der Nähe sind? Eventuell ist der Köder zu groß. Wenn das Wasser sehr klar ist, sollten Sie kleine Köder verwenden.
- Dauernd Aussteiger? Einfach den Drilling vom Blinker entfernen und ein 5 cm langes Stück Hard-Mono an den Sprengring knoten. Daran dann denn Drilling befestigen. Diese Montage verhindert erfolgreich, dass der Drilling zu weit vorn im Maul greift, wo dieses sehr hart ist.
- Eine sehr erfolgreiche Montage besteht aus einer durchsichtigen Wasserkugel (oder Sbirolino), einem 2 m langen Vorfach und den Haken bestückt mit frischen Fischfetzen.
- Nehmen Sie immer ausreichende Stofftücher mit, um unmittelbar nach dem Fang die leicht sitzenden Schuppen abzustreifen. Später sitzen diese nämlich ‚bombenfest’.

Geeignete Angelmethode(n):
Im Mai und Juni sind die Hornhechte auch in der Ostsee dicht unter Land anzutreffen. Wer jetzt zur Stelle ist kann gute Fänge machen. Im Spätsommer ziehen die meisten wieder von den Küsten weg. Der Hornhecht stellt tagsüber kleinen Heringen, Sandspierlingen oder anderen kleinen Fischen nach.

Am häufigsten wird er mit der Pose gefangen. z.B. fischen die Hornhechtangler mit 0,25 bis 0,30 mm Schnur und speziellen Hornhechtposen (sehr kompakt, rot schwarz mit einer Tragkraft von 30 - 80 Gramm). Die Pose wird an der Oberseite an die Hauptschnur geknüpft und dann das ein bis zwei Meter lange Vorfach an der gleichen Stelle angeknotet. An den Haken (4er - 6er) wird ein Fischfetzen (schmaler Streifen vom Hering) befestigt. An Molenköpfen oder anderen Verbauungen ist der Hornhecht häufig anzutreffen. Sie beißen fast nur wenn die Sonne scheint und das Wasser klar ist. Gut sind alle Stellen mit kräftiger Strömung dicht unter Land.
Wer ein Boot besitzt und den "Hornies" vom Boot nachstellen kann, hat es natürlich etwas leichter. Wenn die Hornhechte außerhalb der Wurfweite sind, kann man eine Segelpose benutzen und die Pose weit hinaustreiben lassen. Oft zieht der Hornhecht bei einem Biss die Segelpose nur seitlich weg, oder er springt neben der Pose mit dem Köder im Maul aus dem Wasser. Dann muss man sofort den Anhieb setzen.

Eine andere Möglichkeit ist es mit kleinen Blinkern zu fischen. Dabei sollte man den Drilling durch einen kleinen sehr scharfen Einzelhaken ersetzen oder zwischen Drilling und Blinker ein kurzes Stück Schnur anknüpfen. Weiche, sensible Spinnrute, ca. 3 m, mit 10 bis 20 g Wurfgewicht und mittlere Stationärrolle mit 20er monofiler Schnur.
Gut gehen auch 4 bis 5 m lange "Sbirolino-Ruten", wie sie oft am Forellensee eingesetzt werden.
Lange, schlanke Köder (Blinker) oder Naturköder (Fetzenköder). Eine gute Montage ist ein länglicher Fetzenköder (Hering, Makrele etc.), befestigt an einem Vorfach mit langsam sinkenden Sbirolino.

Fliegenfischen
Die Hornhechte sind sehr gut mit der Fliegenrute zu beangeln. Es macht richtig Spaß bei schönem Wetter und Sonnenschein in der Flensburger Förde zu stehen und die ‚Hornfische’ auf Sicht zu fischen. Man kann recht gut raubende Schwärme von Hornhechten an der Oberfläche ausmachen. Gute Stellen sind ähnlich den Meerforellen-Plätzen, Leopardengrund oder Tangwiesen mit tiefem Wasser in der Nähe.

Die Ausrüstung
Für die Angelei auf Hornhechte reichen Ruten der Klasse 5-6 wenn mal kein Wind herrscht. Dann macht das Fischen mit diesem leichten Gerät an der Küste richtig Spaß. Man sollte jedoch auf den Wetterbericht achten und bei Windmeldungen dann doch wieder eine Rute der Klasse 7-8 wählen. Was nützt einem schönes, leichtes Gerät … welches sich bei Wind nicht werfen lässt …
Eine Schwimmschnur und ein leicht sinkendes Vorfach oder beschwerte Fliegen eignen sich zum Fliegenfischen auf Hornhechte recht gut, da die Fische an der Oberfläche rauben. Als Fliegenmuster eignen sich Reizfliegen in leuchtenden Farben oder Garnelenimitationen der Hakengröße 8-14.

Küchentipp / Zubereitung:
Das Fleisch des Hornhechts ist weiß, zart und sehr delikat, aber grätenreich, die Gräten sind grün. Die grünen Gräten sind aber vollkommen unschädlich. Hornhechte werden im Ganzen oder filetiert geräuchert, kurz gebraten oder gedünstet. Sehr lecker ist es auch ihn sauer einzulegen. Nach einigen Tagen hat er den richtigen Geschmack und außerdem haben sich seine Gräten dann, bis auf die Mittelgräte, vollständig aufgelöst.
Das Fleisch ist leicht trocken und fest. Die intensive grüne Färbung der Gräten beruht auf einem vollständig harmlosen Farbstoff (mineralischer Knochenbestandteil).