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  Die interessanten Fischarten der Flensburger Förde  
 

Viele Leute sind der Meinung, dass in der Flensburger Förde 'nur' Dorsch und Meerforelle zu erbeuten sind. Natürlich sind diese beiden Fischarten häufig in der Förde vertreten und die meisten Angler stellen diesen Fischen nach. Jedoch hat die Förde noch mehr zu bieten und in der richtigen Jahreszeit sind noch ganz andere 'Gäste' zu Besuch bei uns im Norden. Mit den entsprechenden Kenntnissen und etwas Glück kann jederman diese Fische überlisten.

 
Meerforelle Lachs Dorsch

Hornhecht

Hering Makrele Meeräsche Sandaal
Scholle

Kliesche

Flunder

Steinbutt


  Hering (Clupea harengus)
 
 

 

Merkmale:
Der Hering hat einen lang gestreckten, schlanken Körper mit einem leicht oberständigem Maul, der Unterkiefer ist länger als der Oberkiefer. Die Schwanzflosse ist gegabelt. Er hat glatte Kiemendeckel, Schuppen ohne Dornen. Die Bauchflosse des Herings sitzt hinter dem vorderen Ende der Rückenflosse.
Silberfarbe Färbung, auf dem Rücken blaugrünlich gefärbt (frisch gefangener Hering glitzert auch goldfarben an Kopf und Flanken); mit dünnen, silbrig glänzenden Schuppen bedeckt; Seitenlinie fehlt.
Unter Wasser fasziniert das Farbspiel des Herings: Der Rücken leuchtet in allen Farben von gelbgrün über blauschwarz bis blaugrün mit einem dezenten Purpurschimmer. Der Bauch ist weiß, die Flanken glänzen silbrig – "Silber des Meeres" werden Heringsschwärme auch genannt. Als gefangener Fisch sieht er jedoch eher unscheinbar grünblau aus.

Lebensräume:
Der Hering ist ein Schwarmfisch und lebt im Übergangsgebiet zwischen nördlicher, gemäßigter und polarer Zone. Er kommt nicht nur in Ost- und Nordsee vor, sondern im gesamten Nordatlantik von Norwegen, um die Faröer und Nordisland, bei Grönland bis North Carolina.
Der atlantisch-skandinavische Hering kommt in drei separaten Arten vor: der norwegische Hering (im Frühling laichend), der isländische Hering (im Frühling laichend) sowie der sommerlaichende isländische Hering. In der Nordsee und im Skagerrak gibt es weitere Heringsbestände.

Lebensweise:
Der Hering lebt meist fern der Küste, wo er sich tagsüber im tieferem Wasser (ca. 150 m bis 250 m Tiefe) aufhält und nachts an die Oberfläche aufsteigt. Nur zum laichen kommt an nah an die Küste. Heringe sind Schwarmfische, die Schwärme umfassen teilweise zig-tausende Fische. Mit der Meereserwärmung im Frühjahr vermehrt sich das Plankton, so dass der abgemagerte Winterhering ein fast unerschöpfliches Futterreservoir vorfindet. Bis zum Sommeranfang ist er prall gefüllt mit Wuchs-und Aufbaustoffen, die er braucht, um später Milch oder Rogen bilden zu können. Etwa ab August machen Milch bzw. Rogen bis zu einem Fünftel seines Gewichts aus. Nach dem Ablaichen im Herbst beginnt er wieder den neuen Zyklus und setzt Fett an.

Nahrung:
Hauptnahrung sind Copepoden, kleine Krebse, die im Plankton leben; frisst jedoch auch kleine Krabben und Fische.Heringe leben von tierischem Plankton und werden selbst Beute vieler Meerestiere, sind also für das marine Ökosystem von großer Bedeutung.

Größe:
bis 40 cm groß und ca. 800 g schwer, durchschnittlich um die 250 g

Alter:
wird bis zu ca. 20 Jahren alt

Laichzeit:
Ostseehering im Frühjahr, Nordseehering im Herbst. Der Hering laicht in Grundnähe, die Rogner legen dabei bis zu 50.000 Eier, die zum Grund absinken und dort einen Teppich bilden. Nach ca. 2 Wochen schlüpfen die schuppenlosen, durchsichtigen Larven, die zur Oberfläche aufsteigen und dort im Plankton treiben. Nach wenigen Wochen sind diese ca. 5 cm groß und werden von der Strömung in die Küstengewässer getrieben. Mit einem Alter von ca. einem Jahr ziehen die Jungfische dann in tieferes Wasser. Geschlechtsreif wird der Hering mit ca. 2 bis 3 Jahren, erst dann stoßen die Jungfische zu den großen Schwärmen und beteiligen sich an den Wanderungen der Schwärme.

weitere Informationen:
Der Atlantische Hering ist einer der bedeutendsten Speisefische der Welt und ist die nordatlantische Art der Gattung der Echten Heringe. Er wird besonders an seinen Laichplätzen seit Menschengedenken gefangen. Viele Städte wurden in der Nähe der Laichplätze und Durchzugsgebiete gegründet. Für die Hanse war der atlantische Hering eines der wichtigsten Handelsgüter. Noch bis in das 20. Jahrhundert hinein war der Atlantische Hering so häufig, dass er als Arme-Leute-Essen galt. Heute sind die Bestände durch starke Befischung und ökologische Probleme in der Ostsee deutlich zurückgegangen, so dass der Hering zunehmend als Delikatesse gehandelt wird.
Kein anderer Fisch hat in der Geschichte eine so große wirtschaftliche und politische Bedeutung gehabt wie der Hering. Im Mittelalter hat er die Menschen oftmals vor Hungersnöten bewahrt. Die Dänen waren die ersten, die den Hering in großen Mengen fingen und durch ihn zu Reichtum gelangten. Seinetwegen fanden zwischen England und Holland Kriege statt. Auch der Aufstieg der Hanse war eng mit dem Hering verbunden.
Schon um das Jahr 1000 soll Bischof Otto von Bamberg das Salzen von Heringen zum Haltbarmachen „entdeckt“ haben. Damit wurde eine neue Phase der Fischwirtschaft und der Seefahrt eingeleitet: Die Haltbarkeit gesalzener Fische erlaubte längere und weitere Seereisen als vorher möglich.
So hat der Salzhering mitgeholfen, neue Kontinente zu entdecken und Handelswege zu erschließen. Durch das Salzen wurde der bis dato leicht verderbliche Hering auch zu einem wichtigen „Exportartikel“, der bis tief nach Russland, in die Alpenländer und auf den Balkan geliefert wurde.

Rund 19 % des in der Bundesrepublik Deutschland angebotenen Fisches entfallen auf Heringe und Heringsprodukte.

Fangzeit:
Beste Fangzeiten sind in der Ostsee Mitte März bis Ende April, der laichbereite Hering kommt dann in Massen an die Küste. Mit der Meereserwärmung im Frühjahr vermehrt sich das Plankton, so dasser abgemagerte Winterhering ein fast unerschöpfliches Futterreservoir vorfindet.

Fangtipp:
Zum Heringsfang müssen Sie nur wissen, wann und wo der Hering kommt…

Geeignete Angelmethode(n):
Heringe werden im Frühjahr überall in Europa zwischen Belgien und Norwegen an leichtem Paternostergeschirr gefangen. Er ist als Speisefisch genauso begehrt wie als Köder. Leider ist sein Fleisch nicht sehr haltbar. Schnelles Versorgen des Fanges ist wichtig. E gibt eine Vielzahl von speziellen Heringspaternoster-Systemen im Handel. Hier sind bis zu 5 Haken an einem Vorfach gebunden, meistens mit kleinen Glitterartikeln versehen. Sehr fängig sind die Paternoster aus echter Fischhaut und goldenem Haken. Vom Boot oder von der Kaimauer werden die Heringsschwärme beangelt.

Die Ausrüstung
Ruten mit weicher Spitze, Stationärrollen gefüllt mit monofiler Schnur (Heringe haben ein weiches Maul und schlitzen sehr schnell aus)

Küchentipp / Zubereitung:
Der Hering ist ein schmackhafter Speisefisch und wird frisch, geräuchert oder konserviert als eingelegter oder marinierter Hering gegessen. Er muss aber unmittelbar nach dem Fang verwertet werden, da er schnell verdirbt. Der Fettgehalt beträgt, je nach Jahreszeit, 10 bis 30%.
Es gibt viele verschiedene Arten der Zubereitung, die ihre eigene, lange Tradition haben:
- gebratener Hering
- Brathering in süß-saure Marinade eingelegt
- Räucherhering (Bückling, Räuchermops), besonders traditionsreich auf Bornholm
- marinierter Hering Rollmops
- Bismarckhering, benannt nach Otto von Bismarck
- Salzhering, ein wichtiges Handelsgut während der Hansezeit
- Matjes
- Grüner Hering
- Surströmming
- Heringssalat