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  Die interessanten Fischarten der Flensburger Förde  
 

Viele Leute sind der Meinung, dass in der Flensburger Förde 'nur' Dorsch und Meerforelle zu erbeuten sind. Natürlich sind diese beiden Fischarten häufig in der Förde vertreten und die meisten Angler stellen diesen Fischen nach. Jedoch hat die Förde noch mehr zu bieten und in der richtigen Jahreszeit sind noch ganz andere 'Gäste' zu Besuch bei uns im Norden. Mit den entsprechenden Kenntnissen und etwas Glück kann jederman diese Fische überlisten.

 
Meerforelle Lachs Dorsch

Hornhecht

Hering Makrele Meeräsche Sandaal
Scholle

Kliesche

Flunder

Steinbutt


  Dorsch (Gadus morhua)
 
 

 

Merkmale:
Kabeljau und Dorsch sind unterschiedliche Bezeichnungen für dieselbe Fischart aus der Familie der Dorschartigen. Dorsch wird der Fisch vor seiner Geschlechtsreife genannt, der adulte Fisch heißt Kabeljau. Lediglich in der Ostsee wird auch der ältere Fisch Dorsch genannt.
Der Dorsch besitzt drei Rückenflossen und zwei Afterflossen. Sein Rücken ist graugrün bis graubraun, der Bauch silberweiß. Der Körper des Dorsches ist von dunklen Flecken überzogen, insgesamt gibt das ihm ein marmoriertes Aussehen. Die Grundfarbe der verschiedenen Dorscharten kann je nach Lebensraum stark variieren. So findet man in Seegrasregionen graugrüne bis olivgrüne Exemplare (Seegrasdorsche), in Algengebieten rötliche bis goldbraune (Rotdorsche) und in sandigen Zonen graue und sandfarbene Fische (Sanddorsche). Der Dorsch hat ein großes Maul mit vielen kleinen Zähnen und einen Bartfaden an der Unterlippe. Er ist anpassungsfähig, schnellwüchsig und sehr fruchtbar (bis zu 9 Millionen Eier).
In Norwegen wird zwischen dem großen Wanderdorsch, dem Skrei und dem Küstendorsch, dem Torsk unterschieden. Der Skrei wird bis zu 100 Pfund schwer, während der Torsk bis 80 Pfund erreicht. Das Durchschnittsgewicht ist aber erheblich geringer und liegt oft bei relativ bescheidenen drei bis sechs Pfund. Zehn bis zwanzig Pfund grosse Fische werden aber auch in Deutschland regelmäßig gefangen, der Rekord liegt in Deutschland bei 56 Pfund und 200 Gramm.

Lebensräume:
Er lebt im Nordatlantik und seinen Nebenmeeren wie der Nord- und Ostsee, von Amerika bis Island, europäische Westküste, Nord- und Ostsee (hier mehrere lokale Rassen), selten in der östlichen Ostsee (da zu geringer Salzgehalt)

Lebensweise:
Der Kabeljau (in Norwegen heißt er Torsk, daher Dorsch) ist einer der bekanntesten Meeresfische. Er ist besonders im Nordatlantik in verschiedenen Stämmen verbreitet. Die zwei Hauptbestände sind die wandernde ozeanische und die stationäre Küstenrasse. Der Küstendorsch ist ein typischer Grundfisch, weil er dort nach Nahrung sucht. Die ziehende Rasse lebt pelagisch und unternimmt weite Wanderungen im Meer.
Der Dorsch bevorzugt kühleres Wasser. Tagsüber ist er meist in größeren Tiefen zu finden, abends kommt er zur Nahrungssuche auch in flacheres Wasser.

Nahrung:
Muscheln, Würmer, Krebse, Fische

Größe:
Die Durchschnittsgrößen liegen bei 60 cm bis 80cm, mittlere Gewicht um die 2 kg, Längen bis 180 cm und Gewichte bis zu 55 kg sind möglich (arktischer Dorsch - von Berufsfischern gefangen), in unseren Breiten liegt der derzeitige "Rekord" von einem geangelten Dorsch bei knapp 29 kg. Der Angelrekord in Norwegen liegt bei 40,5 kg.

Alter:
Der Dorsch wird bis zu 15 Jahren alt.

Laichzeit:
Februar/März, der Dorsch kommt zum Laichen in Küstennähe. Ausgewachsene Rogner können bis zu 9.000.000 Eier haben, die einen Durchmesser von bis zu 1,5 mm haben. Durch eingelagerte Öltropfen schweben diese bis zum schlüpfen der Brut (2 bis 4 Wochen) frei im Wasser.
Das gezielte Angeln auf Laichdorsche wegen der zu erwartenden ‚Dickdorsche’ ist verachtenswert und wird leider von verantwortungslosen Kuttereignern und Anglern gern betrieben.

weitere Informationen:
Der Kabeljau war bis etwa 1970 eine der verbreitetsten Fischarten der Welt. Die gute Verwertbarkeit und Lagerfähigkeit sowie die leichte Erbeutbarkeit haben dazu geführt, dass der Dorsch inzwischen  am meisten unter Überfischung gelitten hat und sogar im Fortbestand stark bedroht ist.
Im Dezember 2004 befasste sich der EU-Rat für Landwirtschaft und Fischerei mit der Gefährdung des Dorsches. Die ehemalige deutsche Verbraucherministerin Renate Künast wies darauf hin, dass der Bestand des Dorsches in der Ostsee und des Kabeljau in der Nordsee gefährdet und das baldige Einsetzen wirkungsvoller Schutzmaßnahmen dringlich geboten sei. Der Versuch zur Einführung von Schutzzonen scheiterte am 22. Dezember 2004.

Fangzeit:
In der Ostsee sind die besten Monate Mai und Oktober. Gute Fangplätze hier sind der Breitgrund vor der Flensburger Förde, Gabelsflach in der Eckernförder Bucht, Fehmarn Belt ("Tonne 5") und die Gewässer nördlich von Rügen. Jedoch sind in der Förde das ganze Jahr hindurch Dorsche zu fangen, entsprechend der Jahreszeit und Wassertemperatur entweder im tieferen Wasser oder auch vom Strand.

Fangtipp:
Gute Fangplätze für Küstendorsche sind Bänke, Kanten, Stein- und Geröllgrund, während bei reinem Sand- oder Schlickgrund die Chancen wesentlich schlechter sind. Auch Wracks sind Top-Stellen. Der Köder muss immer knapp über dem Grund angeboten werden, im Mittelwasser fängt man kaum einen  Dorsch! Beim Bootsangeln auf der Ostsee sollte flache Pilker von 30 bis 100 g ohne oder mit Beifänger eingesetzt werden. Diese werden mit kürzen Hüpfern über den Grund geführt.

Geeignete Angelmethode(n):
Bootsangeln mit Pilker, Twister, Dorschfliege oder Naturköder
Brandungsangeln mit Naturköder, hauptsächlich Watt- oder Seeringelwurm oder auch Fischfetzen.
Für den Fang von Dorschen werden unterschiedliche Methoden benutzt. Von der leichten Spinnfischerei vom Ufer der Ostsee über das mittlere Pilken/Spinnfischen von kleineren Booten oder das Brandungsangeln vom Ufer.
In Skandinavien und Deutschland wird oft der Pilker benutzt. Der Pilker ist schon vor Jahrhunderten von den Berufsfischern erfunden worden. Der Einzelhaken war dabei in den Pilker eingegossen worden. Viele Dorsche wurden bei dieser Art "Angelei" von außen gerissen. Die norwegischen Fischer sagen heute noch, dass nur der Pilker fängt der senkrecht den Meeresgrund erreicht. Die schwersten Exemplare wiegen bis zu zwei Kilogramm, während moderne Pilker im flacheren Wasser und ruhiger See oft nur 30 bis 60 Gramm wiegen. Dann wird mit leichteren Ruten und Rollen und mit dünneren Schnüren gefischt. Neben Pilkern werden als Beifänger Tintenfischimitationen, Twister, Dorschfliegen und ähnliches eingesetzt.
Beim Wrackangeln wird oft mit Endblei anstelle von Pilkern gefischt. Dann wird aus dem Beifänger der eigentliche Köder. Welches Gerät man einsetzt hängt von den Gegebenheiten ab. Beim Wrackangeln sollten nur stabiles Gerät und einfache Montagen benutzt werden. Dünne Schnüre sind problematisch, da der Dorsch immer recht schnell nach oben gepumpt werden sollte, damit der Fisch nicht im Wrack hängen bleibt und verloren geht. Ebenfalls ist von den dicht besetzten Kuttern das Angeln mit sehr langen Vorfächern nicht möglich, ohne mit den Schnüren der Nachbarn Probleme zu bekommen. Mittlere Vorfächer (bis ein Meter) lassen den Köder besser spielen und sind bei ruhiger See angebracht, während bei starker Strömung kurze Vorfächer (zehn bis zwanzig Zentimeter) oft besser fangen. Falls man allerdings das Glück hat von kleineren Booten aus zu angeln, kann man mehr experimentieren und sensiblere Montagen und Gerät benutzen. Im Winterhalbjahr bei ruhiger See kann dann von den kleineren Booten aus mit leichterem Gerät rund um die Wracks den z.T. großen Dorschen nachgestellt werden.

Fliegenfischen
Wenn die Dorsche abends dicht vor der Küste stehen und im flacheren Wasser rauben, hat man mit der Fliegenrute sehr gute Chancen Dorsche zu erbeuten. Dafür sucht man sich Stellen mit Muschelbänken oder ‚Leopardengrund’ und angelt mit größeren, dunklen Fliegen (z.B. schwarzer, beschwerter Wolly-Bugger). Es ist darauf zu achten, dass die Fliege auch den Grund erreicht, denn die Dorsche suchen die Nahrung hauptsächlich am Grund.

Die Ausrüstung
Mit einer 9-10 Fuß langen Fliegenrute der Klasse 7-8 kommt man an der Küste gut zurecht. Eine Rolle sollte natürlich salzwasserbeständig sein, eine gut funktionierende Bremse haben und wenigstens 100 Meter 20 lbs. Backing aufnehmen. Wenn dann noch eine WF-Schnur benutzt wird, ist man technisch gut ausgerüstet, denn bei Wind lässt sich diese Schnur besser kontrollieren und werfen. Ein Schnurkorb ist praktisch, denn ansonsten verfängt sich die sinkende Schnur immer wieder in Wasserpflanzen und Steinen.
Um auf Tiefe zu kommen sollte man beim Angeln auf Dorsch sinkende Schnüre verwenden. Bei diesen Schnüren (z.B. Teeny T-300) kann man auf ein Vorfach verzichten, die Spitze von ca. 1.5m Länge und 0.30mm Durchmesser wird direkt an die Fliegenschnur geknüpft.
Erfolgreiche Fliegen sind dunkle bis schwarze Garnelenimitationen wie Wooly Bugger in entsprechender Größe (2-6).

Küchentipp / Zubereitung:
Der Dorsch schmeckt  sehr gut und ist grätenarm.
Das weiße Fleisch ist mager und sehr gut im Geschmack. Es kann sehr vielfältig zubereitet werden, am einfachsten ist braten oder dünsten.
Der Name "Dorsch" bedeutet Dörrfisch. Schon bei den Wikingern hatte getrockneter Kabeljau als Nahrungsmittel und Handelsware große Bedeutung. Bei den nordischen Völkern, insbesondere den Norwegern, ist er es heute noch. Dort kann man Dorsche sehen, die über Stangen hängend (Stockfisch) oder auf den Klippen ausgelegt (Klippfisch) in der Luft trocknen. Das Aufschneiden, Salzen und Trocknen ist eine der ältesten bekannten Methoden zur Konservierung von Fisch. Stock- und Klippfisch werden vor allem in südliche Länder exportiert, wo der Kabeljau in dieser Angebotsform lange haltbar ist. Vor dem Kochen wird der Fisch gewässert, damit er wieder Feuchtigkeit aufnimmt und wie frischer Fisch verarbeitet werden kann.
Dorsch ist nicht nur eine Delikatesse, sondern auch "Medizin". Früher sprach man ihm aufgrund seines hohen Vitamingehaltes (Vitamin A und D) wundersame Heilkräfte zu, heute wird er in der pharmazeutischen Industrie als Stärkungsmittel verwendet. Die Dorschleber war es auch, die der norwegische Apotheker Peter Möller als Grundlage für Lebertran verwendete. In den 50er Jahren war Lebertran ein beliebter Vitaminspender für Kinder mit Vitaminmangel.
Der Dorsch aus dem Nordatlantik, auch der vor der norwegischen Küste, ist oft von Nematoden befallen.