Home | Flensburger Förde | Forum

  Berichte Fliegenfischen  
 

 

 
Zehn Tipps für das Fliegenfischen auf Meerforelle in der Au Fliegenfischen an der Skjern Au - oder Lachse, Lydum & Visionen Wie alles mit dem Fliegenfischen anfing - 93’er Mefo mit der Fliege
 
     

Hier ist eine Übersetzung eines Artikels aus der dänischen Angelpresse vom letzten Jahr den eine Freundin vom mir mal übersetzt hat:

Orig. Titel: 10 Fluetips til havörred i aaen.

Zehn Tipps fürs Fliegenfischen auf Meerforelle in der Au.

Es kann alles andere als leicht sein aufsteigende Forellen auf Fliege zu fangen, aber die Belohnung wenn es klappt wiegt alles auf. Hier bekommst du zehn Tipps, die die Chancen auf den Erfolg optimieren.

Es ist nicht einfach Forellen in der Au zu fangen. Forellen steigen schließlich nicht auf um zu Essen. Sie sind dort aus viel Intimeren Beweggründen. Alleine deshalb müsste unsere Jagd auf sie zu ihrem Vorteil verlaufen, jedoch folgt die Theorie nicht immer der Praxis.
Mit Hilfe von beharrlicher Geduld und listigen Tricks können Au Meerforellen auf die Fliege gelockt werden. Das und die Tatsache, dass viele und große Meerforellen in einer Periode jedes Jahr von ihrer Verstreutheit im Meer in einem verhältnismäßig kleinem Raum wie einer dänischen Au wechseln, kehrt die Vorteile auf die Seite des Anglers. Aber noch einmal, das eine ist Theorie, das andere Praxis.
Als Küstenangler ist man fasziniert von den großen Fischen der Au, die auf einmal in Reichweite erscheinen, aber frustriert über deren Unlust anzubeißen. Nichts davon kennt man von der Küste, und darum haben eingefleischte Küstenangler es oft schwer sich umzustellen (dasselbe gilt im Übrigen auch umgekehrt, aber das ist eine andere Geschichte).
Ich persönlich habe übrigens nicht genug Nächte und Tage an der Au verbracht, um meine eigenen Schusssicheren Theorien zu entwickeln. Vielmehr habe ich anderen zugehört, von den Erzählungen und Erfahrungen anderer gelernt. Alle diese Informationen habe ich durch die Jahre zu 10 Richtlinien ausgekocht und komprimiert, die ich selber sehr konsequent in den letzten Saisons verfolgt habe. Das Ergebnis war, dass ich von mehr oder weniger zufälligen Fängen zu einem sehr viel stabileren Fangerfolg gekommen bin.
Halte dich an alle Ratschläge, oder suche dir jene aus, von denen du selbst meinst, dass sie am besten zu deiner Au passen. Kombiniere das Ganze mit ein bisschen Geduld, dann verspreche ich dir im Gegenzug, dass die Belohnung kommt…

1.:Konzentriere dich auf ein bestimmtes Stück Wasser in einer bestimmten Au.
Wähle dein favorisiertes Stück in deiner favorisierten Au und konzentriere deinen Einsatz darauf. Es wird bestimmt Tage geben, in denen von Unmengen Fisch ein bisschen weiter oben oder unten in der Au erzählt wird, oder von einer anderen Au. Aber es ist nicht Erfolg versprechend, wenn man einen Tag alten Gerüchten in fremde Gewässer hinterher rennt. Vertraue deiner Wahl, und lerne dein „Stück“ Au gründlich kennen.

2.:Angle, wann es dir gefällt!
Man wird leicht verleitet zu glauben, dass die Meerforellen der Au nur nachts beißen.
Nachtangeln ist eine gute Wahl- über die Saison gesehen wahrscheinlich die Beste, aber was nützt es, wenn deine Arbeit, Familie und Gesundheit ein bestimmtes Minimum an Nachtschlaf erfordern?
Glücklicherweise werden in der Au auch Meerforellen in den hellen Stunden des Tages gefangen. Meine favorisierten Stunden sind die frühen Morgen, von Sonnenaufgang bis in den Vormittag. Eine sehr friedliche Zeit in der Au und deren Umland. Die Nachtangler sind ins Bett gegangen und die Trockenfliegenfischer noch nicht aufgestanden.

3.: Bewege dich vorsichtig während des Tages- und bequem in der Nacht
In den hellen Stunden können Meerforellen gut gelockt werden, sind aber extrem scheu. Darum sind diskrete und vorsichtige Bewegungsabläufe erforderlich. Lange Vorfächer und vorsichtiges Auswerfen können eine Vorraussetzung für den Erfolg sein. In der Nacht verändert der Fisch seinen Charakter, es wirkt oft so, als ob man tun und lassen könne, was man möchte, ohne den Fisch dabei erschrecken und stören zu können.
Ein Beispiel für diese Verhaltens Veränderung zwischen den hellen und dunklen Stunden habe ich in einem kleinen Abschnitt der Odense Au erlebt. In den hellen Stunden konnte ich Kontakt zum Fisch haben, indem ich mich vom obersten Punkt des Hügels aus vorsichtig anschleiche und dann einen kurzen präzisen Wurf mache. Der Fisch muss beim ersten Wurf beißen, sobald ich die Schnur an der Wasseroberfläche zu einem erneuten Wurf bewege, ist die Chance vertan. Nachts hingegen kann ich mich an der Kante der Au bewegen und Stück für Stück abfischen, dabei plantschen Geräusche machen, den Meerforellen ist es egal. Sie können beim ersten wie auch beim letzten Wurf anbeißen.

4.: Fange nicht zu früh mit dem Nachtangeln an.
Wann eine Meerforelle von der Scheue des Tages in die Selbstsicherheit der Nacht wechselt, kann ich nicht sagen, aber je öfter Sie am Tage erschreckt wurde, desto länger dauert es, bis sie sich entspannt und somit leichter zu fangen wird. Darum ist es vernünftig nicht zu früh zu beginnen. Bei der Kolding Au hat man eine gute Redewendung; Angle erst, wenn die Fledermäuse in der Luft sind.

5.: Angle mit einer Variation von Schnur, der du am meisten vertraust.
Sinkende, fließende, Sinkende Tip, oder Intermediate …
Frage drei verschiedene Au Angler nach der optimalen Schnur und du erhältst drei verschiedene Antworten. Frage sechs und du bekommst sechs verschiedene. Es werden Meerforellen in der Au auf jede Schnur gefangen. Es ist allerdings nicht sicher, dass eine sinkende Schnur denselben Fisch anlockt wie eine fließende. Darum ist es sinnvoll, dasselbe Au Areal mit zwei verschiedenen Schnuren abzufischen. Zuerst mit der Schnur, die hoch im Wasser arbeitet, und ein anderes Mal mit einer die tiefer geht.

6.: Gebrauche die Fliege oder Fliegen, den du am meisten vertraust.
Glaube ist ein großer Teil des Meerforellenangelns. Und der Glaube an eine Fliege ist das aller Wichtigste überhaupt. Ungeachtet dessen, wie viele Meerforellen dein Nachbar mit einer gelben Fliege gefangen hat, du wirst mit ihr nicht fangen, wenn du einer roten mehr vertraust.
So ist das einfach. Es ist aber selten, dass man ganz genau weiß, welche Fliege die einzige eine ist. Darum sind zwei Fliegen am Vorfach eine gute Idee. Auf diese Weise gibt man dem Fisch die Wahl zwischen zwei Fliegen- Typen oder Größen. Oder aber stellt man sich zufrieden, indem man mit seiner und der gelben Fliege des Nachbarn fischt.

7.: Wähle die Fliegengröße anhand der aktuellen Verhältnisse.
Große oder kleine Fliege? Eine schwierige Frage, auf die es keine endgültige Antwort gibt. Die wichtigste und einzige Bedingung ist, dass die Meerforelle die Fliege sehen kann. Unter Angesicht dieses einzigen Kriteriums, könnte man leicht verleitet werden zu glauben, die Fliege müsse so groß wie möglich sein. Umgekehrt passiert es aber oft, dass die kleinsten Fliegen die besten sind. So ist die Wahl also weder eindeutig noch leicht. Ich selbst habe bei der Fliegenauswahl folgende Gedanken: Eine Fliege, die in der Wasseroberfläche gefischt wird, und die vom Fisch über großen Abstand gesehen werden muss, sollte größer sein als eine Fliege, die in Höhe mit der Meerforelle gefischt wird. Eine Fliege, die im Dunkeln oder im trüben Wasser gefischt wird, sollte größer sein als eine, die bei Tag und klarem Wasser zum Einsatz kommt.

8.:Führe die Fliege oder die Fliegen aktiv
Es sind die wenigsten dänischen Auen, die ausreichend Strömung haben um die Schnur bloß quer rüber zu legen um den Rest der Arbeit der Strömung zu überlassen. Bei weitaus den meisten Stellen muss man der Fliege selbst Leben einflößen, indem man die Schnur einholt.
Ob das in langen, schnellen oder kleinen lockenden Bewegungen geschehen soll, muss jeder selbst wissen. Bist du im Zweifel, dann flöße der Fliege lieber zuviel, als zuwenig Leben ein.
Es gibt noch keinen, der eine Meerforellenfliege gebunden hat, die ohne Bewegung effektiv ist.

9.: Mach lieber viele kleine Turen als wenige Große.
Ins besondere das Nachtangeln kann für dich und deine Umgebung aufreiben sein.
Wenn du die Möglichkeit hast, mach die Nacht zum Tag und fische durch in einigen Nächten. Hast du die Möglichkeit jedoch nicht, ist es besser in mehreren kurzen Perioden zu angeln über mehrere Tage verteilt, als alles Pulver in einer langen Nacht zu verschießen. Besucht man die Au an vielen verschiedenen tagen, ist die Chance eine besonders produktive Periode zu treffen deutlich erhöht. Gleichzeitig fischt du konzentriert in jeder Periode die du nutzt.

10.:Sei vorbereitet auf (viele) Leertouren
Es vergeht vielmehr Zeit zwischen den Bissen in der Au als an der Küste. Das muss einem klar sein und man darf sich davon nicht entmutigen lassen. Selbst wenn du alle oben stehenden Ratschläge befolgst und zudem evtl. noch Andere, so wirst du trotzdem lange nicht bei jeder Tour einen Fisch haben. Wahrscheinlich nicht einmal bei jeder Zweiten.
Nach fünf bis zehn Leertouren wird man auf eine harte Geduldsprobe gestellt, bekommt Zweifel an sich und seiner Technik. Aber es ist wichtig, dabei zu bleiben. Wechselt man bei jedem Misserfolg in ein unbekanntes Gewässer, zu unbekanntem Fisch, fängt man immer wieder von Vorne an. Somit wird es bis zum Erfolg immer länger dauern.